Thema:
Polizei und Feuerwehr - Kooperation ist wichtig
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Polizei und Rettungswesen - zwei Einrichtungen arbeiten an einem Ort - entstehen dabei Konflikte aufgrund unterschiedlicher Ziele, Schwerpunkte und Einsatzmaßnahmen?

Zweifelsohne bestehen bei verschiedenen Einsatzlagen sehr deutliche Schnittstellen zwischen Polizei und Rettungswesen. Ohne Worte auf die Goldwaage zu legen, kann jedoch behauptet werden, dass Schnitte trennen und auch die "Schnittstellen" zwischen Polizei und Rettungswesen häufig nicht eine Verbindung, sondern eine Trennung darstellen. 

In der Praxis existieren dann auch durch sich mitunter widersprechende Einsatzziele und Verfahrensweisen latente Konflikte. Diese Konflikte in der Einsatzlage zu lösen kann u.a. die vorhandenen knappen Ressourcen in Bedrängnis bringen. Aber selbst einfache Unkenntnis über die Absichten sowie Einsatztaktiken und -techniken der unterschiedlichen am Einsatzort sich aufhaltenden Einsatzkräfte und Dienste vereinfacht das "Neben- und Miteinander" nicht. Wie so häufig liegt die Lösung in einer guten Vorbereitung. Eine entsprechende Vorbereitung kann vor allem durch gegenseitiges Kennenlernen und miteinander Kommunizieren erfolgen. 

Deshalb organisierte Clemens Lorei, Dozent für Psychologie und Einsatztraining an der Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden, Fachbereich Polizei, am Studienort Gießen, für die Zeit vom 18. bis 21.11.2004 ein gemeinsames Seminar mit Angehörigen des Rettungswesens. 

Gespannte Zuhörer (Feuerwehr, Rettungsdienst, Einzeldienst der hessischen Polizei, Studenten und Dozenten der VFH) beim Vortrag von Herrn  KHK Faust (HLKA)Es trafen sich zukünftige Führungskräfte des Rettungswesens, die zur Zeit noch an der Fachhochschule Köln im Studiengang "Rescue Engineering" studieren, im Rahmen ihres auswärtigen Berufsvorbereitungsseminars "Assessment-Center-Training" mit Dozenten und Studierenden des Fachbereichs Polizei, welche ihrerseits die fachlichen Kompetenzen in den Studienfächern Einsatz- und Führungslehre sowie Kriminalistik verbessern wollten.



Bild links: Gespannte Zuhörer (Feuerwehr, Rettungsdienst, Einzeldienst der hessischen Polizei, Studenten und Dozenten der VFH) beim Vortrag von Herrn KHK Faust (HLKA)


Seit Sommersemester 2002 existiert der Internationale Hochschulstudiengang "Rescue Engineering" mit den Qualifikationen Bachelor und Master (in Vorbereitung) an der Fachhochschule Köln an der Fakultät für Anlagen-, Energie- und Maschinensysteme (www.av.fh-koeln.de/rescueeng/indexrescueeng.html). Der Studiengang gibt fundierte Einblicke in den Rettungsdienst selbst, seine Strukturen, seine vielfältigen Aufgaben und seine zahlreichen Schnittstellen auf nationaler und internationaler Ebene sowie in den relevanten ingenieurwissenschaftlich-technischen Grundlagen. Der Abschluss soll dazu befähigen, im Rahmen von Rettungsdienstträgern, -organisationen und anderen Institutionen Führungsaufgaben zu übernehmen. Insbesondere werden die Nachwuchsführungskräfte mit dem Bachelor-Abschluss Funktionen im mittleren und gehobenen Management der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes übernehmen. Das Berufsvorbereitungsseminar fand dabei statt unter Leitung der Lehrbeauftragten Frau Dipl.-Psych. Elke Eyckmanns und Herrn RA Dr. iur. Karsten Fehn, dessen Ruf zum Professor am Hochschulstudiengang "Rescue Engineering" der FH Köln Anfang 2005 erfolgen wird.

Von besonderem Interesse zeigten sich die gemeinsamen Veranstaltungen der FH Köln und der VFH zur Aus- und Fortbildung in Form von Fachvorträgen. Herr Kriminaloberrat Bernd Paul, Abteilungsleiter in Gießen und Kriminalistikdozent, skizzierte einführend die grundlegenden Probleme und Beeinträchtigungen bei der Tatortarbeit; er hatte die Durchführung dieser Veranstaltung nachdrücklich befürwortet, versprach er sich davon doch grundlegende Erkenntnisse, welche in die Polizeiausbildung umgesetzt werden sollten. 

Ein Eckpfeiler und Höhepunkt der Veranstaltungen war der Vortrag von Herrn Kriminalhauptkommissar Faust vom Fachbereich Brand/Explosion des Kriminalwissenschaftlichen und -technischen Instituts des Hessischen Landeskriminalamtes Wiesbaden (HLKA) zum Thema "Erster Angriff beiKHK Faust vom Fachbereich Brand/Explosion des Kriminalwissenschaftlichen und -technischen Instituts des Hessischen Landeskriminalamtes Wiesbaden (HLKA) zum Thema "Erster Angriff bei Brandermittlung" Brandermittlung". Herr Faust schilderte zunächst grundlegende Ziele und Vorgehensweisen der Polizei bei der Brandursachenermittlung mit den dabei auftretenden Überschneidungen zum Rettungswesen, insbesondere zur Feuerwehr. An Hand eines konkreten Fallbeispiels wurde der gesamte Ablauf eines Brandes, bei dem mehrere Personen getötet wurden, mit den sich daran anschließenden aufwendigen Ermittlungen, schwerpunktmäßig durch hochgradige Spezialisten, eindrucksvoll aufgezeigt. Dabei zeigten Bemerkungen der interdisziplinären Zuhörer schon während des Vortrages und erst recht in der sich anschließenden Diskussion, wie gewinnbringend solch institutionsübergreifende Veranstaltungen sein können. 

Bild rechts: KHK Faust vom Fachbereich Brand/Explosion des Kriminalwissenschaftlichen und –tech­nischen Instituts des Hessischen Landeskriminalamtes Wiesbaden (HLKA) zum Thema „Erster Angriff bei Brandermittlung“

Herr Polizeioberrat Bernhard Jäger, Einsatz- und Führungslehredozent der VFH, FB Polizei, Abteilung Gießen, erläuterte sodann "Aufgaben und Führung der Polizei bei größeren Gefahren- und Schadenslagen sowie Katastrophen". Der dabei angeregte Informationsaustausch zwischen Polizisten und Rettungsmanagern war beeindruckend und machte sofort klar, dass eine Intensivierung dieses Kontaktes sowohl erforderlich als auch wünschenswert ist. 

Fest steht deshalb bereits jetzt, dass dieses Treffen der Auftakt zu einer spannenden Veranstaltungsreihe sein wird. Schon in Planung befindet sich das nächste Treffen, bei dem neben verschiedenen hochspannenden institutionsübergreifenden Themen sich auch gemeinsame Übungen des Rettungsdienstes und der Polizei abzeichnen.

Interessierte können sich dabei gerne an den Organisator der Veranstaltung, Herrn Clemens Lorei, Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden, FB Polizei, Abteilung Gießen (clemens.lorei@vfh-hessen.de) wenden.

Diese Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt, dass in der interdisziplinären Zusammenarbeit viele Chancen und Möglichkeiten liegen.

Die Abteilung Gießen ist auch weiterhin an entsprechendem Informationsaustausch interessiert und wird die Erkenntnisse aus der Seminarveranstaltung an die Fachkoordinatoren Einsatzlehre und Kriminalistik als Multiplikatoren umsetzen, so dass die Erfahrungen den Studierenden des Fachbereiches zugute kommen. 

Clemens Lorei, Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden, FB Polizei, Abteilung Gießen

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